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Alle wichtigen Infos über Gezeitenkraftwerke

Ein Gezeitenkraftwerk nutzt die potenzielle und die kinetische Energie des Tidenhubs aus, um elektrischen Strom zu erzeugen. Hierbei handelt es sich um die Strömungen, die durch Ebbe und Flut entstehen. Gezeitenkraftwerke gehören zur Gruppe der Wasserkraftwerke, die sich die erneuerbare Energiequelle Wasser zunutze machen.

Zwar werden augenscheinlich die Strömungen des Tidenhubs zur Energieerzeugung verwendet, letztendlich stammt die Energie jedoch aus der Erddrehung, die wiederum von der Anziehungskraft des Mondes angetrieben wird.

Wie funktionieren Gezeitenkraftwerke?

Ein Gezeitenkraftwerk funktioniert nach dem Staudamm-Prinzip, wobei die Kraftwerke immer dort gebaut werden, wo der Unterschied zwischen Hoch- und Niedrigwasserstand bei Ebbe und Flut am größten ist. Dabei bieten sich in erster Linie Meeresbuchten und Flussmündungen an.

Die Bucht oder Flussmündung wird mithilfe eines Deiches abgedämmt, der unterhalb des Meeresspiegels jedoch passierbar bleibt. Im Durchgang, der die Bucht und das offene Meer miteinander verbindet, befinden sich Kaplan-Turbinen, die die Energie des ein- bzw. ausströmenden Wassers in mechanische Energie umwandeln. Diese mechanische Energie wird daraufhin von einem Generator in elektrische Energie umgewandelt. Die Besonderheit hierbei: Bei Ebbe bzw. Flut werden die Rotorblätter umgestellt, sodass sowohl einfließendes, als auch ausfließendes Wasser genutzt werden kann.

Des Weiteren können viele Gezeitenkraftwerke auch als Pumpspeicherkraftwerke genutzt werden: Wenn andere Kraftwerke überschüssige Energie produzieren, kann diese genutzt werden, um Wasser aus dem Meer unter Energieaufwendung in die Bucht zu pumpen. Dieses Wasser kann später beim Ausfließen zur Stromgenerierung verwendet werden.

Deshalb sind Gezeitenkraftwerke die Ausnahme

Die Theorie, die hinter dem Gezeitenkraftwerk steckt, klingt zunächst einmal sinnvoll. Leider gibt es vier schwerwiegende Nachteile, die gegen die Verbreitung vieler Gezeitenkraftwerke rund um den Globus sprechen:

  • Stark begrenzte Anzahl an Standorten Geht man von einem Tidenhub von mindestens fünf Metern aus und setzt die Möglichkeit eines wirtschaftlichen Einsatzes voraus, existieren auf dem Planeten Erde nur rund 50 Standorte, an denen Gezeitenkraftwerke überhaupt errichtet werden können.
  • Leistung ist nicht konstant Ebbe und Flut sind Phänomene, die im Rhythmus von 12 Stunden und 24 Minuten auftreten. Des Weiteren fallen die Gezeiten nie exakt gleichmäßig aus. Die Folge: Die Energiegewinnung erfolgt unstetig und die Ausbeute pro Zyklus ist jedes Mal unterschiedlich.
  • Hohe Wartungskosten Salzwasser ist hochaggressiv und führt zu einer starken Korrosion der Turbinen. Die Instandhaltung der Anlage verschlingt daher große Mengen an Geld.
  • Ökologie wird gestört Die Tier- und Pflanzenwelt in Buchten hat sich im Laufe von Millionen von Jahren an die Gegebenheiten der Gezeiten angepasst. Der Bau eines Deiches würde den Mikrokosmus innerhalb der Bucht von Grund auf verändern und somit zerstören. Hierbei handelt es sich um ein Hauptargument gegen Gezeitenkraftwerke.

Alternative: Meeresströmungskraftwerke

Aufgrund der eben genannten Nachteile von Gezeitenkraftwerken hat sich diese Form der Energiegewinnung nie durchgesetzt. Eine Alternative hierzu stellen Meeresströmungskraftwerke dar. Hierbei handelt es sich um Wasserturbinen, die ohne Staudamm auskommen und frei im Meer schweben. Sie sind meist durch Kabel am Meeresgrund oder an einem Mast befestigt.

An dieser Stelle kann darüber diskutiert werden, ob solche Wasserkraftwerke tatsächlich Gezeitenkraftwerke sind. Laut Wikipedia ist dies nur im oberflächlichen Journalismus und bei Laien der Fall. Im Fachjargon unterscheidet man die beiden Typen voneinander. Aus diesem Grund gehen wir in diesem Artikel nicht näher auf Meeresströmungskraftwerke ein.

Fazit: Gezeitenkraftwerk als Exot

Gezeitenkraftwerke wurden zwar vereinzelnd gebaut, allerdings wird diese Form des Wasserkraftwerks niemals größere Mengen an Strom produzieren. Zu schwerwiegend sind die Nachteile - auch die stark begrenzte Anzahl an Standorten stellt ein Ausschlusskriterium dar.

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